Video-Glossar: Bitrate, Codec, HDR, Latenz und andere Begriffe
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Wenn du einen Player einrichtest oder deine Videos vorbereitest, begegnen dir Begriffe, die nicht immer erklärt werden. Hier findest du sie nach Themen geordnet, jeden in wenigen Zeilen.
Das Bild
- Auflösung: die Anzahl der Pixel des Bildes, Breite mal Höhe. 1280×720 ist „720p“; 1920×1080 „1080p“ oder Full HD; 3840×2160 4K UHD. Mehr Auflösung bringt mehr Details, wenn die Bitrate mitspielt.
- Progressiv und interlaced (Zeilensprung): Das „p“ in 1080p bedeutet, dass jedes Bild vollständig ist. Das „i“ in 1080i, dass abwechselnd die geraden und die ungeraden Zeilen gezeichnet werden, wie beim Fernsehen früher. Wird Interlacing nicht richtig verarbeitet, sieht man kammartige Kanten.
- Bilder pro Sekunde (fps): wie viele Bilder pro Sekunde angezeigt werden. Kino läuft meist mit 24, europäisches Fernsehen mit 25 oder 50. Mehr fps bedeuten flüssigere Bewegungen.
- Seitenverhältnis: das Verhältnis von Breite zu Höhe: 16:9 bei heutigen Fernsehern, 4:3 bei alten, bei vielen Kinofilmen noch breiter. In Whatplay ändert „Anpassen“, wie das Bild den Bildschirm ausfüllt.
- HDR: hoher Dynamikumfang. Mehr Unterschied zwischen dem Dunkelsten und dem Hellsten, und mehr Farben. Die bekanntesten Formate sind HDR10, HDR10+, Dolby Vision und HLG. Dafür braucht es einen kompatiblen Bildschirm.
- SDR: Standard-Dynamikumfang, der klassische.
- Farbtiefe: die Bits pro Farbe. Mit 8 Bit gibt es rund 16,7 Millionen Farben, mit 10 mehr als eine Milliarde, und Farbverläufe wirken ohne Streifen. HDR nutzt 10 Bit oder mehr.
Kompression und Dateien
- Codec: das Verfahren, das Bild oder Ton komprimiert und dekomprimiert. Für Video: H.264, HEVC, VP9, AV1. Für Audio: AAC, AC-3, Opus. Erklärt werden sie unter Video- und Audioformate.
- Container: die Datei, die Video, Ton und Untertitel zusammenfasst: MP4, MKV, TS. Die Endung gibt den Container an, nicht den Codec.
- Bitrate: die Datenmenge pro Sekunde, in Megabit pro Sekunde (Mb/s). Sie bestimmt zugleich die Qualität und den Datenverbrauch.
- CBR und VBR: konstante oder variable Bitrate. Die variable gibt komplizierten Szenen mehr Daten und einfachen weniger.
- Keyframe (Schlüsselbild): ein vollständiges Bild. Die Bilder dazwischen speichern nur, was sich ändert. Um an eine Stelle zu springen, muss der Player bei einem Keyframe beginnen, deshalb kann ein Sprung einen Moment dauern.
- Profil und Level: Varianten eines Codecs, die angeben, wie anspruchsvoll ein Video ist. Ein Gerät kann H.264 öffnen, aber kein hohes Profil oder Level.
- Hardware- und Software-Decodierung: Dekomprimieren mit einem eigenen Schaltkreis im Chip, der wenig verbraucht, oder mit dem Hauptprozessor, der mehr Formate unterstützt, aber mehr verbraucht.
- Umwandeln (Transcodieren): dekomprimieren und in einem anderen Format neu komprimieren. Das kostet Rechenleistung und etwas Qualität.
- Umverpacken (Remux): den Container wechseln, ohne die Codecs anzurühren. Das geht schnell und kostet keine Qualität.
Der Ton
- Kanäle: 2.0 ist Stereo; 5.1 sind fünf Lautsprecher plus ein Subwoofer (die „.1“); 7.1 sieben plus Subwoofer.
- Stereo-Downmix: einen 5.1-Ton in zwei Kanäle umwandeln, für Kopfhörer oder den Lautsprecher des Handys.
- Abtastrate: wie oft pro Sekunde der Ton gemessen wird; bei Video sind 48 kHz üblich.
- Spur: jeder einzelne Audio- oder Untertitelstrom eines Videos, etwa eine Sprache oder ein Kommentar.
Streaming und Netz
- Streaming: ansehen, während heruntergeladen wird, ohne auf die ganze Datei zu warten.
- Adaptives Streaming: Das Video wird in mehreren Qualitätsstufen angeboten, und der Player wählt die, die das Netz zulässt. HLS und DASH arbeiten so; wir erklären sie unter HLS und DASH.
- Manifest: das Verzeichnis eines adaptiven Videos, mit seinen Qualitätsstufen und Stücken: eine .m3u8 bei HLS oder eine .mpd bei DASH.
- Segment: jedes der wenige Sekunden langen Stücke, in die ein adaptives Video zerlegt wird.
- Puffer: die Sekunden, die der Player im Voraus herunterlädt, um Einbrüche im Netz zu überbrücken.
- Latenz: die Verzögerung zwischen dem, was passiert, und dem, was du siehst. Bei einer Übertragung übers Internet sind es meist mehrere Sekunden, mehr als über Antenne.
- Bandbreite: was deine Verbindung hergibt, in Mb/s. Verwechsle nicht Megabit (Mb) und Megabyte (MB): 8 Mb sind 1 MB.
- CDN: ein Netz aus weltweit verteilten Servern, das das Video von einem Server in deiner Nähe ausliefert.
- CORS: eine Regel im Web, mit der ein Server festlegt, wer Inhalte bei ihm anfordern darf. Deshalb kann es sein, dass ein Chromecast ein Video, das das Handy öffnet, nicht von sich aus öffnen kann.
- DRM: ein System aus Verschlüsselung und Lizenzen, das Inhalte nur in autorisierten Playern abspielen lässt.
Listen und TV-Programme
- M3U und W3U: Listenformate. M3U ist Text, Zeile für Zeile; W3U ist JSON mit Gruppen in Gruppen.
- EPG: der elektronische Programmführer: was jetzt und danach läuft.
- XMLTV: das meistgenutzte offene Format für solche Programme. Wir erklären es unter Das TV-Programm im XMLTV-Format.
- tvg-id: die Kennung, die einen Sender einer M3U-Liste mit seinen Sendungen im TV-Programm verbindet.
Zu Hause und am Fernseher
- Chromecast (Cast): das System von Google, mit dem das Handy dem Fernseher sagt, was er abspielen soll, und der Fernseher es selbst herunterlädt.
- DLNA und UPnP: altbewährte Standards, um Inhalte zwischen Geräten im Heimnetz zu teilen.
- NAS: ein Netzwerkspeicher, also ein kleiner Computer mit Festplatten, der Dateien für den ganzen Haushalt speichert.
- Lokale IP: die Adresse eines Geräts in deinem Netz, etwa 192.168.1.20. Sie funktioniert nur innerhalb deines Zuhauses.
- Einschalten über das Netz: die Funktion mancher Fernseher, manchmal „Über WLAN einschalten“ genannt, mit der ein anderes Gerät sie aus der Ferne einschalten kann.