So siehst du die Videos vom Computer oder von einem NAS auf Handy und Fernseher
5 Min. Lesezeit
Du hast Heimvideos, Familienaufnahmen oder eine Videosammlung auf dem Computer oder einem NAS und willst sie auf dem Handy oder auf dem Fernseher im Wohnzimmer ansehen, ohne sie einzeln zu kopieren. Das geht mit dem, was du schon hast: Der Computer oder das NAS muss den Ordner nur per HTTP im Heimnetz bereitstellen, und du brauchst eine Liste, die darauf zeigt. Dieser Ratgeber erklärt es Schritt für Schritt.
Die Idee
Whatplay spielt Videos ab, die unter einer Webadresse liegen, auch wenn diese Adresse aus deinem eigenen Netz stammt, etwa http://192.168.1.20:8000/. Der Plan hat drei Schritte: den Ordner per HTTP bereitstellen, eine Liste mit den Adressen der Videos erstellen und sie in Whatplay hinzufügen. Ab dann kannst du sie wie jedes andere Video auf den Fernseher übertragen.
Warum HTTP und nicht DLNA
DLNA, das auf UPnP aufbaut, ist ein altbewährtes System, um Inhalte zu Hause zu teilen: Ein Server kündigt seine Videos im Netz an, und kompatible Fernseher oder Apps listen sie auf. Viele NAS bringen es mit. Whatplay durchsucht keine DLNA-Server: Es öffnet HTTP- oder HTTPS-Adressen, entweder aus einer Liste oder über seinen Browser. Und für den Fernseher nutzt es Chromecast und Google TV, was, wie die Hilfe erklärt, mit viel mehr Fernsehern funktioniert und sich vom Handy aus steuern lässt (Warum gibt es kein DLNA?). HTTP hat auch seine Vorteile: Fast jedes NAS bietet es an, jeder Computer kann es mit einem kleinen Programm bereitstellen, und dieselbe Adresse funktioniert auf dem Handy, auf dem Fernseher und in jedem Browser.
Schritt 1: den Ordner per HTTP bereitstellen
Von einem NAS
Die meisten NAS können Ordner per HTTP bereitstellen, mit einem integrierten Webserver oder einer Option zum Teilen über das Web. Such sie in der Verwaltungsoberfläche, aktiviere sie nur für das lokale Netz und notiere dir die Adresse, die sie dir anzeigt, mit IP und Port. Verlangt der Ordner Benutzername und Passwort, kann die Wiedergabe fehlschlagen: Am einfachsten ist ein schreibgeschützter Ordner, der nur von zu Hause aus erreichbar ist. Teilt dein NAS nur per SMB (die Netzwerkordner von Windows), musst du zusätzlich den Webserver aktivieren.
Von einem Computer
Wenn du Python installiert hast (unter Linux ist es meist dabei; für Mac und Windows bekommst du es auf der offiziellen Website), öffne ein Terminal im Ordner mit den Videos und gib python3 -m http.server 8000 ein. Unter Windows ist es meist python -m http.server 8000. Solange das Fenster offen bleibt, wird der Ordner auf Port 8000 bereitgestellt; zum Beenden drückst du Strg+C. Es gibt auch Programme mit grafischer Oberfläche, die dasselbe tun: Jedes, das Dateien per HTTP bereitstellt, ist geeignet.
Die IP herausfinden
Du brauchst die Adresse des Computers oder NAS in deinem Netz. Unter Windows mit dem Befehl ipconfig (such nach „IPv4-Adresse“); auf dem Mac in den Netzwerkeinstellungen, in den Details der Verbindung; bei einem NAS in seiner Verwaltungsoberfläche. Sie sieht meist ähnlich aus wie 192.168.1.20. Da der Router sie ändern kann, reserviere in den Router-Einstellungen eine feste IP für dieses Gerät.
Testen
Öffne auf dem Handy, verbunden mit demselben WLAN, http://192.168.1.20:8000/ in einem Browser. Du solltest die Liste der Dateien sehen. Lädt sie nicht, prüfe die Firewall des Computers: Sie muss eingehende Verbindungen auf diesem Port aus dem privaten Netz zulassen.
Schritt 2: die Liste erstellen
Schreib mit einem Texteditor eine M3U mit der Adresse jedes Videos:
#EXTM3U#EXTINF:-1 group-title="Familia",Boda de Ana y Luishttp://192.168.1.20:8000/familia/boda-ana-luis.mp4#EXTINF:-1 group-title="Viajes",Asturias 2024http://192.168.1.20:8000/viajes/asturias-2024.mkv
Speichere sie als videos-casa.m3u im selben Ordner, dann wird sie ebenfalls per HTTP bereitgestellt. Enthält ein Name Leerzeichen oder Sonderzeichen, werden sie in der Adresse kodiert (%20 ist das Leerzeichen); kopierst du den Link aus dem Browser vom vorherigen Schritt, ist er schon richtig geschrieben. Das vollständige Format mit Vorschaubildern und Gruppen findest du unter So erstellst du deine eigene M3U-Liste.
Ohne Liste
Für etwas Schnelles öffnest du die Adresse des Ordners im Browser von Whatplay: Er erkennt die Links zu Videos auf der Seite und zeigt sie unter „Videos auf dieser Seite“, bereit zum Abspielen. Für eine große Sammlung ist die Liste besser: bequemer und mit Gruppen und Bildern.
Schritt 3: in Whatplay hinzufügen
- Tippe unter Listen auf „Liste hinzufügen“ › „Adresse“.
- Gib
http://192.168.1.20:8000/videos-casa.m3uein und tippe auf „Liste importieren“. - Unter Android 17 oder höher bittet Whatplay dich um die Berechtigung „Geräte in der Nähe“, die Android verlangt, um Inhalte aus dem Heimnetz zu öffnen. Tippe auf „Erlauben“.
Lässt du die automatische Synchronisierung der Liste eingeschaltet, erscheinen Videos, die du der M3U auf dem Computer hinzufügst, von selbst auf dem Handy.
Auf dem Fernseher ansehen
- Mit Chromecast: Der Fernseher versucht, das Video direkt vom Computer oder NAS abzurufen; geht das nicht oder passt ihm das Format nicht (etwa bei einer MKV), dient das Handy als Brücke oder wandelt es während der Wiedergabe um.
- Mit WebCast oder TV Link: Die Liste erscheint auf dem Fernseher, und du wählst mit der Fernbedienung aus. Auf dem Handy muss Whatplay geöffnet bleiben.
- Mit der App für Android TV: Füge dieselbe Adresse auf dem Fernseher hinzu, und die TV-Box öffnet sie ganz ohne Handy.
Die Unterschiede zwischen diesen Wegen findest du unter Auf dem Fernseher schauen.
Sicherheit
- Gib nur den Videoordner frei, nie deinen ganzen persönlichen Ordner oder die ganze Festplatte.
- Öffne diesen Port im Router nicht zum Internet hin: Sonst könnte jeder deine Videos sehen. Wenn du sie unterwegs sehen musst, ist ein VPN in dein eigenes Netz sicherer.
- Beende den Server auf dem Computer, wenn du ihn nicht nutzt.
- Das Gastnetz schottet die Geräte meist ab: Von dort aus sieht das Handy den Computer nicht.